
Friedenslieder - ein musikalisches Programm gegen das Vergessen
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Lieder gegen den Krieg gibt es, seit es Kriege gibt – und sie werden so lange geschrieben, wie Menschen Gewalt, Unterdrückung und Zerstörung erleben. Besonders prägend war dabei die Zeit von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre: die Nachkriegszeit, die Proteste der 68er-Bewegung, der Vietnamkrieg und die atomare Bedrohung des Kalten Krieges brachten eine Fülle an musikalischen Stellungnahmen hervor.
Aus dieser Epoche hat der Musiker Michael Hermann Langhans aus Münchwald ein eindrucksvolles Programm zusammengestellt. Es spiegelt den Zeitgeist jener Jahre wider – und zeigt zugleich, wie erschreckend zeitlos und universell das Thema Frieden bis heute geblieben ist.
Zu hören sind bekannte Klassiker wie Imagine von John Lennon, ebenso vertreten ist Blowin’ in the Wind von Bob Dylan, dessen scheinbar einfache Fragen nach Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden zu einem zentralen Soundtrack der amerikanischen Bürgerrechts- und Anti-Kriegs-Bewegung avancierten.
Neben diesen ikonischen Werken finden sich bewusst auch weniger bekannte, aber umso eindringlichere Stücke im Programm. The Future von Leonard Cohen zeichnet ein düsteres, beinahe prophetisches Bild gesellschaftlicher Verrohung und politischer Machtmissbräuche – fern von naivem Optimismus, aber gerade deshalb hochaktuell. Mit Morning Dew (bekannt geworden u. a. durch zahlreiche Protest- und Folkinterpretationen) erklingt ein Lied, das in poetischen Bildern die völlige Zerstörung nach einem nuklearen Krieg beschreibt und in der Friedensbewegung der 60er-Jahre große Verbreitung fand.
Auch deutschsprachige Stimmen kommen zu Wort: Wolf Biermann’s bitter-ironisches „Soldat, Soldat“ entlarvt die Mechanismen von Militarismus und blinder Gefolgschaft und steht exemplarisch für das politische Lied im deutschsprachigen Raum. Mit dem zeitlosen Klassiker Sag mir, wo die Blumen sind – einem der bekanntesten Antikriegslieder weltweit – schließt sich der Kreis zwischen persönlichem Verlust und kollektiver Verantwortung.
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Ergänzt werden die musikalischen Beiträge durch Gedichte und Texte, unter anderem von Ingeborg Bachmann, deren lyrische Auseinandersetzung mit Kriegstraumata, Schuld und menschlicher Verletzlichkeit dem Programm eine zusätzliche literarische Tiefe verleiht.
So entsteht ein Abend, der nicht nur erinnert, sondern fragt, mahnt und berührt – und der deutlich macht, dass Friedenslieder keine Relikte vergangener Jahrzehnte sind, sondern notwendige Stimmen der Gegenwart.
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Besetzung:
Gesang: Ully Mathias
Gitarre, Gesang: Michael Herrmann-Langhans
Kontrabass / Gitarre: Uli Herrmann





